Nach einer langen, 13-stündigen Fahrt rollte der große Reisebus endlich in das ungarische Bagod. Hoch oben auf seinem heimischen Mast stand Bálint in seinem Nest, der Bagoder Storch, in der herrlichen Abendsonne. Er klapperte laut und freudig mit seinem Schnabel, als die Türen aufgingen. Was für ein wunderbarer Anblick: Die 20 deutschen und ungarischen Schülerinnen und Schüler sowie die erwachsenen Begleitungen stiegen aus. Bálint begrüßte sie nicht mehr als Fremde, sondern als wohlvertraute Bekannte. Zur Feier des Tages wehten die Fahnen im Wind: die Flagge der Gemeinde Bagod, die ungarische und die deutsche Nationalflagge sowie die Flagge der Stadt Heilbad Heiligenstadt. Ein überaus herzlicher Moment für die gesamte Gruppe, bevor alle nach diesem langen Reisetag in eine erholsame erste Nacht auf ungarischem Boden starteten.
Gleich am nächsten Morgen ging es feierlich weiter. Bálint beobachtete von den Dächern aus den offiziellen Empfang beim Bürgermeister von Bagod. Es war der Startschuss für eine Woche voller Höhepunkte, kulturellem Austausch und tiefer Verbundenheit. Am Nachmittag ging es in die Stadt Körmend. Ein Urlaubsparadies in Form eines Schwimmbades. Mit Pizza und kühlen Getränken klappen Austauschgespräche doch wirklich gut.
Am Dienstag dann die wunderbare und herzliche Begrüßung in der Partnerschule Bagods. Tolle tänzerische Aufführungen und erste sportliche Spiele rückten die Partnerschaft in den Fokus der gesamten Schülerschaft sowie dem Kollegium vor Ort, dies spürten auch wir deutschen Gäste. Am Nachmittag wurde eine weitere Stadt besucht: Zalaegerszeg. Die Austauschschülerinnen und -schüler zeigten sich gegenseitig die Stadt mit all ihren Facetten. Abend in Bagod angekommen gab es, wie immer gutes Essen in der Schulkantine, bevor eine Vorführung des Dogdancing die Stimmung bereicherte.
Ein ganz besonderes Erlebnis führte die Gruppe am Mittwoch an den majestätischen Balaton. Dort besuchte die Delegation das wunderschöne Folly-Arboretum. Bei einer beeindruckenden deutschen Führung tauchten die Gäste aus Heiligenstadt tief in die Familiengeschichte der Gärtnerei Folly ein. Es war faszinierend zu sehen, wie aus einer kleinen privaten Sammlung über Generationen hinweg einer der botanischen Schätze Ungarns gewachsen ist. Zwischen den Wegen und Terrassen leuchteten Pflanzen aus aller Welt (mächtige Zedern und Zypressen, seltene Kiefernarten, mediterrane Sträucher und eine leuchtende Vielfalt an Blumen sowie schönste Weinberge). Anschließend ging es auf nach Keszthely. Da das Wetter am Balaton an diesem Tag nicht zum Baden einlud, tauschte man den Strandbesuch gegen eine herrliche Bootstour ein – eine wunderbare Gelegenheit, das „Ungarische Meer“ aus einer ganz anderen Perspektive zu genießen. Am Mittwochabend gab es dann noch einen weiteren Grund zur Freude: Der Bürgermeister der Stadt Heilbad Heiligenstadt, Thomas Spielmann reiste nach, um die Delegation vor Ort zu unterstützen und die Städtepartnerschaft auch in Ungarn persönlich zu pflegen.
Gegen Ende der Woche stand das ungarische Schulleben im Mittelpunkt. Bei einem sogenannten „Dök-Tag“ – ähnlich dem deutsch-ungarischen Projekttag aus der Vorwoche – arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an spannenden gemeinsamen Projekten. Von Ninja-Warrior über Fußball, Sackhüpfen und Bau eines Eifelturms, bis hin zum Automarken-Raten war für jeden was dabei. Den Nachmittag verbrachten die deutschen Gäste dann ein letztes Mal intensiv bei ihrem Austauschpartner bzw. in ihren Gastfamilien. Es waren Stunden voller Gespräche, gemeinsamer Erlebnisse und wertvoller kleiner Momente, die für immer in Erinnerung bleiben werden. Herr Krchov und Herr Lorenz durften den Kurort Hévíz genauer kennenlernen.
Der Abschied am Abend war schließlich ein großes, festliches und sehr emotionales Ereignis. Am Vorabend eines ungarischen Feiertags verabschiedeten die Freunde aus Bagod ihre deutschen Gäste mit unfassbarer Wärme. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, Partner und Familienmitglieder kamen zusammen, um diesen seit 1995 bestehenden Austausch gebührend zu feiern. Als Bálint an diesem Abend von seinem Nest auf das bunte Treiben hinabsah, wusste er: Die Bekannten, die er vor wenigen Tagen begrüßt hatte, verabschiedete er nun als echte Freunde.
Die lange Reise zurück in die Heimat
Am nächsten Tag trat die Delegation die Heimreise an – vollgepackt mit einem Rucksack voller Erfahrungen. Die Route mit dem Zug führte erfreulich unkompliziert von Körmend über Sopron und Wien bis nach München. Als besonderer Bonus konnten die Schülerinnen und Schüler bei Zwischenstopps in Wien und München sogar noch kurze Eindrücke der beiden Metropolen sammeln.
Der Abend in München bildete ein letztes, großes Highlight: Ein komfortables Hotel, ein uriges Wirtshaus und ein gemeinsames Essen rundeten den Tag perfekt ab. Ein riesiger Dank der Reisegruppe galt an dieser Stelle der Kreisstadt und dem Bürgermeister, die diese Heimreise mit vielen Extras so unvergesslich und angenehm gestalteten.
Auf der allerletzten Zug-Etappe zurück nach Heilbad Heiligenstadt wurde es in den Waggons noch einmal richtig lebendig. Die Schülerinnen und Schüler teilten Fotos, lachten, schwelgten in Erinnerungen und sammelten bereits eifrig Ideen zur Optimierung des nächsten Austauschs – dies war auch in einer Umfrage durch Herrn Lorenz möglich. Man spürte förmlich, wie sehr diese Woche sie geprägt hatte. Neue Freundschaften wurden geschlossen (und vielleicht lag sogar hier und da ein wenig romantisches Knistern in der Luft). Am späten Nachmittag erreichte die Gruppe schließlich sicher ihren Heimatbahnhof – müde, aber unglaublich glücklich.
Apropos Umfrage von Herrn Lorenz. Folgende spaßig gemeinte Krönungen sind zu verzeichnen:
- Der Scherzkönig der Woche: Nils
- Die meisten Fragen hat gestellt: Lucy
- Die kommunikativste Person im Austausch: Elena
- Die Sprachrakete (bestes Englisch und mutigstes Ungarisch): Sascha und Lucy
- Der größte Teamplayer: Maximilian
- Die Mutigsten im „Neues ausprobieren“ und „Essen probieren“: Leon und Elena
- Die Snack-Legenden (immer was zu Essen dabei): Sascha, Nils und Jenifer
- Die Busschläferin: Mayla
- Die „Wasser- und Balaton-Legenden“: Nils und Mayla
- Das Liebespaar des Austauschprogramms: Klicke hier, wenn du es wissen möchtest.
Anbei noch ein paar Fakten aus der Umfrage:
- Zu 80 % wollen die Schülerinnen und Schüler gern in Kontakt bleiben. Am liebsten über Snapchat oder Instagram (bitte gern!).
- Am coolsten am Austausch war die Reisegruppe selbst sowie die gemeinsamen Ausflüge und die abendliche Freizeit.
- Die deutschen Austauschschülerinnen und -schüler wünschten sich gern noch besseres Wetter und einen Baden im Balaton. Auch das Radfahren wäre noch eine Option für die Zeit in Ungarn, da es ihnen in Deutschland sehr gefallen hat.
- 8 von 10 Schülerinnen und Schüler würden sofort nochmal mitfahren, egal welche Personen noch dabei sind und auch 8 von 10 würden es jedem anderen der TRS empfehlen.
- Tipp für zukünftige Austauschteilnehmerinnen und -teilnehmer: „Packt euch mehr kurze Klamotten ein.“ und „Habt Spaß!“
- 7 von 10 sagten, die Erwartungen sind weit übertroffen; bei 3 von 10 sind die Erwartungen eingetroffen, für keine Person war es enttäuschend.