Am 27. November 2025 besuchten die Abschlussklassen der „Tilman Riemenschneider“ Schule, die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen. Die Gruppe erlebte eine von Emotionen geprägte sowie gut aufbereitete Exkursion. Mit dem Betreten der Lagerstätte kehrte eine zum Nachdenken anregende Ruhe bei den Schüler und Schülerinnen ein. Dank der vielen Informationen von Seiten der Museumspädagogen und zahlreicher Fragen der Schülerschaft, konnte der Lageralltag, als auch die unmenschlichen Haft- sowie Arbeitsbedingungen der Häftlinge aufgezeigt werden. Persönliche Häftlingsbiografien wurden aufgegriffen und anhand derer die Deportationsgründe sowie der allgemeine Lageralltag nachvollzogen. Ein Nachempfinden dessen, was die Häftlinge durchlebten, ist kaum möglich, aber in Ansätzen vorstellbar, wenn einem die Bedingungen, und die damit einhergegangenen Erniedrigungen aufgezeigt wurden. Die Stollenanlage im Kohnstein war ein weiterer sehr beeindruckender, aber auch zum Nachdenken anregender Ort. Die Lebensbedingungen im Berg und die Produktion der „Vergeltungswaffe“ V1 und V2 kostete tausenden Menschen das Leben. Die Lernenden verschafften sich einen Überblick über das Lagergelände und konnten sich u.a. die alte Feuerwehrwache, den Löschteich sowie die Tischlerei und vereinzelt Grundmauern der Gebäude ansehen. Besonders eindringlich zeigte sich die Besichtigung des Krematoriums. Die Niederlegung von Blumen auf der Gedenktafel der Nationen, im Krematorium sowie auf dem Aschehügel hinter dem Krematorium würdigten das Leben und den Widerstand der Insassen. Die im Unterricht behandelten Schwerpunkte konnten mit dem Besuch vertieft und für die Schüler und Schülerinnen greifbarer gemacht werden. Das Etablieren und Aufrechterhalten der Erinnerungskultur ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Lernende sich aktiv und vielfältig mit der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Das Bewahren von Erinnerungen an historische Ereignisse und die kritische Auseinandersetzung mit derselbigen ist wichtiger denn je.